Stage Kässbohrer
Sonderbau für PistenBully-Produktion

Kässbohrer setzt auf Innovation und starke Technik

Die Kässbohrer Geländefahrzeug AG mit Hauptsitz in Laupheim, Deutschland, produziert die PistenBully-Fahrzeuge für die Pisten und Loipenpflege, die BeachTech-Geräte zur Strandreinigung sowie Sonderfahrzeuge für Arbeits- und Transporteinsätze in unwegsamem Gelände.

Gesucht: Schwergewicht für besondere Aufgaben

Mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent sind die PistenBully von Kässbohrer in der Pisten- und Loipenpflege sowie bei der Funparkgestaltung weltweit führend. Da die Ketten der Pistenraupen erst beim Kunden vor Ort aufgezogen werden, müssen diese von einem anderen Gerät schnell und sicher zwischen Produktion, Montage und Versand bewegt werden. Dafür hatten sich die Ingenieure bei Kässbohrer bereits vor Jahren eine Lösung ausgedacht.

„Wir haben alte Gabelstapler so umgebaut, dass sie in der Lage waren, die PistenBully zu schleppen“, erzählt Frank Brixius, bei Kässbohrer zuständig für Werksanlagen und Betriebsmittel. Jedoch habe sich bald herausgestellt, dass die Eigenkonstruktion zu schwach war, um auch die großen Pistenraupen schnell und sicher zu bewegen. Daher gab Kässbohrer die Aufgabe, ein geeignetes Gerät zu konstruieren, an uns weiter. Es sollte in der Lage sein, die bis zu acht Tonnen schweren PistenBully schnell und sicher zwischen Produktion, Montage und Versand zu transportieren.

Stefan Hirt
Produktmanager Sonderfahrzeuge

„Beim Sonderbau ist auch immer ein wenig Erfindergeist dabei.“

Sonderkonstruktion für schwerste Lasten

Vor Ort in der PistenBully-Produktion in Laupheim wurden die notwendigen technischen Daten aufgenommen: Wie ist die Logistik? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Welche Gewichte und welche Lasten können überhaupt realisiert werden? Thomas Wulf, Leiter Projektierung in unserem Sonderbauwerk erklärt dazu: „Wir mussten überlegen, wie die Pistenraupen gefasst werden können, wie das Lastteil ausgelegt werden muss und welches Basisfahrzeug überhaupt für einen solchen Einsatzfall geeignet ist.“ Die Antwort auf die letzte Frage gaben die Kässbohrer-Mitarbeiter selbst: Da die alten, von ihnen selbst umgebauten Geräte auf Jungheinrich-Schubmaststaplern basierten, bestanden sie darauf, dass das neue Fahrzeug wieder einen Schubmaststapler als Basis hatte.

Unsere Berechnungen haben dann auch bestätigt, dass als Basisfahrzeug ein Schubmaststapler der Baureihe 3 die richtige Wahl war. Bei dem vereinbarten Sonderbaugerät mit der Bezeichnung ETA 380 handelt es sich vom Antriebsteil her gesehen um einen Schubmaststapler der 3er-Baureihe. Das Lastteil des Gerätes besitzt aber keine Gabel. „Gemeinsam mit unseren Kollegen in Lüneburg haben wir eine Lösung erarbeitet, die es erlaubt, die PistenBully sicher und schnell in der gesamten Produktion zu verfahren“, erklärt Stefan Sommer, Fachberater in unserem Vertriebszentrum München und zuständig für das Verkaufsgebiet Oberschwaben, in dem auch Laupheim liegt.

Hierfür besitzt der ETA 380 ein spezielles Lastaufnahmemittel, mit dem der Fahrer das Gerät unter den PistenBully fährt. Ein spezieller Dorn an der Spitze des Lastteils rastet in einem entsprechenden Gegenstück an der Raupe ein. Anschließend kann der Fahrer, mit dem PistenBully im Rücken, sofort losfahren.

Nachdem Kässbohrer den Auftrag für den ETA 380 erteilt hatte, wurde der Bau des Gerätes in den Sonderbauprozess in unserem Werk in Lüneburg eingetaktet und von den Spezialisten nach den Vorgaben der Projektierung konstruiert. Anschließend wurde das Lastteil von einem externen Lieferanten gebaut. Nach nur 18 Wochen Zeit von der Entwicklung bis zur Auslieferung sorgt nun der ETA 380 dafür, dass die Pistenraupen von Kässbohrer auch ohne montierte Ketten sicher vorankommen.

Mit Erfindergeist ans Ziel

Im Vergleich zu einer Produktion in Serie sei ein Sonderbau stets eine neue Herausforderung, erzählt Stefan Hirt. Während eine Serienentwicklung mehrere Jahre Entwicklungszeit, gefolgt von Prototyp und Null-Serie, nach sich ziehe, „haben wir beim Sonderbau immer nur einen Schuss!“ Hier erfolgt Entwicklung, Prototyp und Nullserie stets in Einem. Und mit ein bisschen Stolz fügt der Produktmanager hinzu: „Beim Sonderbau ist auch immer ein wenig Erfindergeist dabei.“

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